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Südkorea 2 – Algerien 4: Yes, we can! Das Wunder von Porto Alegre fand statt!

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Autor: Abdelhamid Berrahma AH-Redaktion für Kultur und SportHamid Berrahma photo

Ehem. USM Algier - Spieler und Trainer der algerischen Fußballmannschaft in Berlin 

Herr Berrahma ist Vorstandsvorsitzender des Deutsch-Algerischen Kulturvereins e.V. in Berlin

 

korea-algerien 620x349Was für ein Sieg!

In Algerien wie in Porto Alegre haben die Fans eine euphorische Stimmung erschaffen.

Die Spieler und der Trainer, der davor unter hohem Druck stand, haben vor lauter Freude geweint und der algerische FAF-Präsident hat sie in der Kabine mit Recht beglückwünscht. Es war eine ganz andere Körpersprache als nach dem Spiel gegen Belgien, wo es in der Halbzeit und danach Ärger gab, weil Vahid-Defensivstrategie unerwünscht war.

Arabischen, afrikanischen und deutschen Bekannten haben uns in Berlin für diesen Sieg gratuliert. In Hamburg und wo anders ist es wahrscheinlich nicht anders gewesen. Dafür sollten wir alle stolz sein!

Algerien ist auf die Siegerstraße zurückgekommen und hat Geschichte geschrieben, in dem Les Verts nach zweiunddreißig Jahren endlich bei einer WM gewonnen haben, und darüber hinaus mit einem Endergebnis von 4:2, dem höchsten, das je eine algerische Mannschaft bei einer WM erzielt hatte. Die goldene 80er-Generation hatte bis dahin „nur“ 3:2 gegen Chile gewonnen. Der andere Rekord wäre, wie Soraya schrieb, die Tatsache, dass die algerische Mannschaft die erste in Afrika ist, die vier Tore in einem „Mondial“ erzielen konnte. Chapeau !

„Der Sieg Algeriens war klar und deutlich. Algerien war uns überlegen. Die neue Mannschaftsaufstellung des algerischen Trainers hat Algerien entscheidende Vorteile eingebracht.“, sagte Hong Myung-bo, der Trainer Südkoreas, unmittelbar nach Ende des Spiels.

In der Tat hat Algerien mit so einer offensiven Taktik verdient gewonnen und ließ Südkorea kaum eine Chance. Was mich sehr gefallen hat, war das erste Tor von Slimani, der als echter Mittelstürmer sich zwischen zwei Verteidiger durchgetankt hatte und dann trotz des hohen Druckes genau recht einschoss, und nicht auf dem Torwart, wie es viele anderen Stürmer tun; das war Weltklasse! Es ist kein Zufall, dass ihn die FIFA mit einem Tor und einer Vorlage als „The Man oft he match“ ernannt hatte.

Ein Meisterstück war auch das 4:1-Tor von Brahimi, der via Doppelpass mit Feghouli trotz Unterzahl, die gesamte südkoreanische Abwehr düpiert hatte. Für mich eins der schönsten Tore dieser WM! Ronaldo, der Ex. Star von FC Barcelona und Brasilien war von der Klasse Feghoulis und Brahimis Geblendet, wie er in einem brasilianischen Sender mitteilte. Arsène Wenger, der schillernde Trainer Arsenals, war von der Spielqualität der algerischen Angreifer und von der Leistung Bentalebs beeindruckt. Mit seinen 19 Jahren hat der Tottenham- Mittelfeldspieler, der sowohl in der Defensive wie auch in der Offensive gut ist, eine große Zukunft.

Nach dem 1:3-Anschlußtreffer Südkoreas, hatte ich keine Bange und war ziemlich sicher, dass Algerien Charakter zeigen und entsprechend reagieren würde. Fußball kann manchmal so schön und so einfach sein! Hätten wir gegen Belgien so gespielt, hätten wir nie verloren. Aber das gehört nun der Vergangenheit! Es gilt nun, der Zukunft entgegen zu blicken.

Die Wüstenfüchse sind von der Heldentat nicht weit entfernt. Das Erreichen des Achtelfinales wäre ein Novum und eine Glanzleistung, die man dann mit großem Stolz würdigen würde. Nach dem schönen und überzeugenden Sieg gegen Südkorea sind alle Hoffnungen erlaubt.

Spieler wie Brahimi, Djabou, Feghouli, Bentaleb, Hallilche, der ein Tor machte und damit seinen Patzer gegen Fellaini ausbügeln konnte, M´bolhi, der immer gut und sicher wird, Slimani, ein echter Mittelstürmer und alle anderen können die Sensation perfekt machen, zumal Russland bis jetzt nicht

viel gezeigt hat. Aber wir müssen höllisch aufpassen, denn die russischen Stürmer sind ziemlich schnell. Es gilt nun, das Spiel in voller Ruhe vorzubereiten. Die Fehler, die man gemacht hat ,sind zu vermeiden und die Kondition wäre etwas zu verbessern, denn während der letzten 10 Minuten waren die Fennecs ziemlich am Ende. Ein Unentschieden würde reichen, wenn Südkorea gegen Belgien nicht hoch gewinnt, was nicht wahrscheinlich wäre, denn in diesem Fall könnte Belgien zweiter, eventueller Deutschlands Gegner, und Algerien bei einem Sieg erster werden.

Die Kommentare waren dieses Mal ziemlich lebendig und es freut mich, Euch zu lesen. Jeder kann seine Meinung sagen, aber immer in gegenseitigem Respekt. Ich habe alles von Euch gelesen, von Malik, Soraya, CD-Citizen, Jughurta, Saidou gelesen. Beim jedem Schreiben steckt etwas Wahrheit, die uns weiterbringt.

Besonders die Bemerkungen von CD-Citizen bezüglich menschlicher Biologie haben mich imponiert.

Er schreibt: „ Bei diesem Klima eine 1:0-Führung während langen 70 Minuten (nur) verteidigen zu wollen, ist vergleichbar mit Selbstmord...Das ist im Übrigen keine Frage der spielerischen Qualität, sondern eine die der menschlichen Biologie geschuldet ist. Jeder Sportmediziner wird dies bestätigen können. Nach 65, spätestens 70 Minuten sind die Kohlenhydratspeicher schlicht und einfach leer…spätesten ab der 60. Minute hätte Vahid den Supertechniker Brahimi bringen müssen...“

Obwohl wir Heute wissen, dass jede Mannschaft ihre Ärzte, Koch, Technikerstab usw. hat, finde ich diese Bemerkung, an die ich daran nicht gedacht habe, sehr bemerkenswert. Toll!

Das Andere Stichwort von Ihm wäre der Fußball-Nachwuchs in Algerien, ein Thema, das mir am Herzen liegt, denn ich finde diese Problematik sehr wichtig. Obwohl jeder Erstliga-Verein in Algerien verpflichtet ist, ein Internat, bzw. Sportakademie für seine Jugend-Mannschaften zu haben, ist dies bis jetzt noch nicht realisierbar, weil die Infrastruktur fehlt. Ich hatte die Gelegenheit mit jungen algerischen Spielern und mit dem algerischen Fußballverband darüber gehabt, zu reden. Der Wille ist da, aber die Möglichkeiten sind noch ziemlich begrenzt. Aber es muss gemacht werden, dies ist Fakt! Damit die Qualität der jungen Spieler besser werde, und somit sie mit Europa konkurrieren können. Somit könnten auch mehr lokalen Spieler in die nationale Mannschaft eingegliedert werden.

Alle Spieler sind aber Algerier! Ob sie in Europa oder Algerien spielen, spielt keine Rolle. Sie müssen nur gut sein. Übrigens junge algerische Spieler (13-19 Jahre), die in Deutschland geboren sind, und die doppelte Staatsangehörigkeit haben, können durchaus Teil der algerischen Auswahl werden. Wer guten jungen algerischen Spieler in Deutschland kennt, könnte mir via Redaktion Bescheid geben. Wenn Sie gut sind und ich sie am Werk gesehen habe, könnte ich sie dann dem algerischen Fußballverband weiter empfehlen. Fakt ist auch, dass man in Europa besser trainiert und sie dann besseren Chancen haben. Bei uns ist es nicht so weit. Wir sind auf den Weg dahin.

Es geht hier erst um das algerische Fußball Niveau und um die Qualität der algerischen nationalen Jugend-Mannschaften. Die U-13, 15, 17 und 19 brauchen Nachwuchs, sei es in Algerien oder in der restlichen Welt. Aber Bezüglich Nachwuchses müssen wir mehr Zeit bei einer anderen Angelegenheit haben.

Wir haben das Wunder von Porto Alegre gegen Südkorea erlebt. Obwohl der gute Sepp Herberger sagte: „Der nächste Gegner ist immer der schwerste“, hoffen wir alle auf einem Sieg. Wir brauchen nun ein zweites Wunder in Curitiba am 26. Juni gegen Russland.

Autor : Abdelhamid Berrahma

 

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