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Der Adler ist gelandet und Deutschland Jubelt!

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SchwachPerfekt 

Autor: Abdelhamid Berrahma: AH-Redaktion für Kultur und SportHamid Berrahma photo

Ehem. USM Algier - Spieler und Trainer der algerischen Fußballmannschaft in Berlin 

Herr Berrahma ist Vorstandsvorsitzender des Deutsch-Algerischen Kulturvereins e.V. in Berlin

 

 

D Champion 2014 kopieDer knappe und schwierige Sieg gegen Algerien war die Initialzündung für das Weiterkommen!

Der Vorhang ist gefallen. Eine spannende und torreiche WM 2014 ist beendet und Brasilien hat die Welt begeistert. Ausgetragen von einer Nation, die am Anfang sozialen Turbulenzen erlebte, wurde es ein großes Spektakel. Obwohl der Seleção ihre Grenzen aufgezeigt wurden, erwies sich Brasilien in mehrfacher Hinsicht als hervorragend und erlebte wie bei der WM 1998 mit 171 eine Rekordanzahl von Toren.

Die leidenschaftlichen Fans machten es möglich, dass die Stadien voll waren. Die Begeisterung und die Spannung vor dem Fernsehen haben auch nicht gefehlt. Das technisch brillante Tor von Götze beim Finalerfolg war das Sahnehäubchen.

Zur Fanmeile!

Die deutsche Nationalmannschaft ist in Berlin gelandet. Die Fans begleiteten die Nationalmannschaft vom Flughafen Tegel zum Brandenburger Tor. Die Fanmeile war mit Hunderttausenden überglücklichen Fans zur Stelle und feierte unter dem blauen Himmel Jogi und seine Jungs und die Welt feierte mit.

Beim neuen Weltmeister gab es keinen Star, wie Messi bei Argentinien oder Neymar bei Brasilien. Vielmehr ist der WM-Titel dem deutschen Kollektiv, der Teamarbeit und dem Kampfgeist zuzuschreiben. Miroslav Klose konnte sich mit seinen Toren gegen Ghana und Brasilien in der Geschichte als bester WM-Torschütze aller Zeiten eintragen. Mit seinen 16 Toren, eins mehr als Ronaldo (Brasilien), könnte er ewig an erster Stelle bleiben. Der einzige der ihn noch gefährden könnte, ist ausgerechnet ein Deutscher, Thomas Müller, der schon 10 Tore erzielte, 5 bei dieser WM und 5 bei der WM 2010, vorausgesetzt, er verbessert seine Torquote beim nächsten Turnier 2018 in Russland und eventuell 2022 in Katar.

Das Turnier in Brasilien sah ein deutsches Team, das verdient den Pokal eroberte, den es zuvor drei Mal gewonnen hatte. Deutschland war zumal die erste Mannschaft, die auf dem amerikanischen Kontinent triumphierte. Der brillante Siegestreffer des eingewechselten Mario Götze in der 113´brachte das mythische Maracana Stadion in Rio de Janeiro zum Beben und erwies sich als denkwürdiger Abschluss.

Bravo l´Allemagne !

Es war schön, dass die ARD mit uns Kontakt aufgenommen hat, damit einen kurzen Film über Fußball und die algerische Gemeinschaft in Berlin gedreht werden konnte. Das Treffen war gut gelungen und der Film wurde einen Tag vor dem Spiel Deutschland-Algerien im WM Klub Berlin wo wir eingeladen waren, live übertragen. Dabei sind auch Anekdoten aus der WM 82 gezeigt worden. Es war Freude pur!

Diese WM erlebte wichtige und unvergessliche Momente

Spaniens Nationalelf, die den Weltfußball jahrelang dominierte, erlebte ein Fiasko. Die Generation der Rojas erlebte ein brutaler und demütigender Abschluss einer faszinierenden Fußballgeschichte.

Der Traum der Seleção wurde zum Albtraum!

Brasilien wollte Weltmeister werden, aber es kam alles anders. Stattdessen sorgte die Seleção für schmerzhafte Momente. Erstmalig seit 1940 verlor sie zwei Heimspiele in Folge, und es waren brutale Niederlagen. Die 1:7-Demütigung im Halbfinale gegen Deutschland war die höchste Niederlage in der Geschichte Brasiliens. Die 0:3-Schlappe im Halbfinale gegen Holland hatte endgültig gezeigt, dass diese Mannschaft mit den Pelé, Ronaldo, Ronaldinho und Anderen nicht annähernd zu vergleichen ist.

Es war das tränenreiche Ende einer Ära!

Aber Brasilien mag für den Gastgeber mit einer Schmach geendet haben, Doch Brasilien ist nach wie vor das einzige Land, das mehr WM-Titel vorzuweisen hat, als alle anderen Länder der Welt. Das ist wenigstens ein Trost. Obwohl die teuerste WM der Welt von Brasilien noch verarbeitet werden muss, ist die FIFA dagegen sehr reich geworden!

Portugal und England haben nicht gehalten, was man von Ihnen erwartete. Es war klar, dass sie die zweite Runde nicht erreichen würden. Die bittere 0:4-Niederlage Portugals gegen Deutschland hatte die Totenglocke geläutet. England, das als Geheimfavorit gehandelt wurde, hat über die gesamte Linie enttäuscht.

Überraschungen, Können und Fairness

Mannschaften wie Costa Rica oder Kolumbien haben angenehm überrascht.

James Rodriguez mit seinen 6 Toren war bester Torschütze dieser WM 14. Er war eine der größten Attraktionen. Mit seiner Schusstechnik, seiner Spielübersicht und seiner Trickreichtum hat er den Respekt seiner Kollegen und die Herzen der Fans erobert.

Zum ersten Mal in der Turnierhistorie zog Algerien, Vertreter Afrikas und Arabiens in die Ko-Runde ein.

Die Wüstenfüchse wussten mit einem wahnsinnigen Kampferherz und mit ihrer schnellen, intensiven und technisch versierten Spielweise zu überzeugen, mit der sie Deutschland einen gehörigen Schrecken einjagte. Das 1:2 von Djabou in der Verlängerung ließ Deutschland noch einmal zittern, aber das Tor kam zu spät, sonst wäre vielleicht die Sensation perfekt. Deutschland hatte an diesem Tag kein souveräner Auftritt. Es spielte eine deutsche Elf mit einem unsicheren Gerüst, gegen einen Gegner, der überzeugt von sich selbst war und lange entsprechend mutig auftrat.

Schwach oder nicht, eine Weisheit sagt: eine Mannschaft spielt so gut, wie der Gegner es zulässt.

Wie der ehemalige Nationalspieler Olaf Thon nach dem Spiel gegen Deutschland sagte, „es war ein knapper Sieg gegen eine tolle algerische Mannschaft. Das war aus meiner Sicht die Initialzündung dafür, dass wir Weltmeister werden. Solch eine Partie schweißt die Spieler noch enger zusammen“. Der Erfolg gibt ihm Recht.

Per Mertesacker ging noch weiter und sagte: „Algerien war ein richtig harter Brocken – egal was vorher und danach darüber gesagt und geschrieben wurde. Respekt an diesen Gegner. Jetzt voller Fokus auf den Klassiker gegen Frankreich am Freitag. Unser Wille ist enorm, das haben wir gezeigt und wir werden unser Bestes geben. Emotionen gehören zum Fußball

Lange spielt die deutsche Mannschaft unsicher und ungenau. Nur einer verteidigt zuverlässig: Torwart Manuel Neuer. Der schwerelose Hackentreffer von Schurre passt nicht zu diesem Abend.

Algerien hätte auch gewinnen können, wenn die Chancen in der ersten Halbzeit ausgenutzt worden wären. Das Kopfball-Tor von Slimani hätte auch ohne einen knappen Abseits gezählt werden können.

Die Fennecs hätten auch für eine Großtat sorgen können und keiner hätte was dagegen gehabt.

Es ist die einzige Mannschaft, die gegen Deutschland in den 90 Minuten kein Tor kassiert hat.

Aber Fußball ist immer noch keine genaue Wissenschaft, was ihn schöner und spannender macht.

Glückwunsch an Deutschland für den Titel, denn sie verdient gewonnen hat, weil sie sich von Spiel zu Spiel steigerte. Es ist eben eine Turniermannschaft, die immer gewinnt.

Aber Kompliment an Algerien, das mit dem Einzug ins Achtelfinale Geschichte geschrieben hat.

Wir sind stolz auf Euch! Der begeisterte Empfang in den Straßen Algiers war der verdiente Lohn.

Bravo les Verts. !

Argentinien wird den verpassten Chancen gegen Deutschland noch lange nachtrauern. Higuain, Messi und Palacio kamen zu guten Torgelegenheiten, doch alle drei verfehlten das Ziel deutlich, besonders die Chance von Gonzalo Higuain, allein gegen Neuer, nach dem „Kopfrückpass“ von Toni Kross, fand keinen Torabschluss. Götze hingegen machte das Beste aus einer halben Chance und erzielte das goldene Tor.

Lionel Messi ist von der FIFA zum besten Spieler der Fußball-Weltmeisterschaft gewählt worden

Der goldene Ball für den viermaligen Weltfußballer ist, gelinde ausgedrückt, eine Konzessionsentscheidung zur Beruhigung der Argentinier, deutlicher gesprochen, sie ist ein Witz, wie es auch Maradona fand. Das Marketing-Plan scheint ein Seitenhieb auf Adidas, den Sponsor des Goldenen Balls zu sein. Messi ist ein Adidas-Sportler und Adidas gehört zu den sechs FIFA-Partnern in der ersten Sponsorenkategorie und genießt die engste Anbindung an die FIFA und alle FIFA-Veranstaltungen. Es ist nichts hinzuzufügen. À la bonne heure!

Es gab Spieler wie Neymar, Robben, Rodriguez, Brahimi, Feghouli, Müller, Mascherano und viele Andere, die viel besser gespielt haben. Enfin passons !

Schöne und unschöne Momente

Wir könnten lange über Spieler und Mannschaften schreiben, aber in unseren Erinnerungen bleiben schöne und unschöne Momente erhalten.

Unschön war die Härte in den meisten Spielen. Da wurde gefoult, was das Zeug hält; es wurde im Strafraum geklammert, gestoßen und gebissen. Mit zwei herausragenden Toren brillierte Suarez (Uruguay) gegen England und gab dem Land nach der Auftaktniederlage gegen Costa Rica, bei der er gefehlt hatte, neue Hoffnung. Der Biss an Giorgio Chiellini (Italien) zeigte die dunkle Seite dieses guten Spielers, der nun von Barcelona für fast 100 Millionen EUR(!) umworben wird. Die Sperre für neun Spiele und vier Monate ist wahrscheinlich gerechtfertigt.

Manuel neuer hat einen brutalen Foul an Higuain verübt und wurde „frei gesprochen“. Es wurde regelrecht mit der Gesundheit der Spieler getrieben und das alles unter der Augen gewisser Schiedsrichter, deren Leistungen ziemlich schwach waren.

Hervorragende Torhüter

Eine derart torreiche WM könnte zu dem Schluss verleiten, dass die Leistungen der Torhüter weniger spektakulär wären. Weit gefehlt! Das Turnier wurde von den schönen Paraden der Männer zwischen den Pfosten geprägt. Torhüter wie Keylor Navas, Guillermo Ochoa, Manuel Neuer, Sergio Romero oder Rais M´Bolhi haben denkwürdige Leistungen gezeigt.

Kolumbiens Ersatztorwart Faryd Mondragon hat einen Rekord aufgestellt, denn durch seine Einwechslung gegen Japan ist er der älteste Spieler der WM-Geschichte, vor Roger Milla, der noch mit 42 ein Tor bei der WM 1994 (USA) schoss.

Fazit:

Wir haben sehr guten Fußball bei dieser WM gesehen. Es war ein Torreiches Turnier.
Kompliment an Brasilien für die Organisation.

Vieles war bei dieser WM nicht so wie gedacht. Brasilien hat auf dem Fußballplatz zur Überraschung vieler verloren, mehr als ein Mal. Aber rundherum dafür gewonnen. Vor dem Turnier hatten die Experten das genau umgekehrte erwartet. Doch wie oft vor großen Sportevents hat sich fast keine der apokalyptischen Befürchtungen bestätigt. Die Stadien wurden fertig und blieben heil, WM-Touristen wurden keineswegs reihenweise von Kriminellen bestohlen oder umgebracht und das Turnier wurde nicht von Massendemonstrationen gestört. Nein, Brasilien feierte vor allem! Das können die Brasilianer verdammt gut. Alles anderes ist ein Klischee. Es wurde eine wunderbare WM. Bravo Brasilien!

Das Spiel kann man nicht gewinnen, nur spielen. Im September, also in etwa zwei Monaten, ist schon das nächste Spiel Deutschland-Argentinien. Alles wird bis dahin vergessen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!

Autor: Abdelhamid Berrahma

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