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FIFA-Bericht: Setif - Der Weg zum Sensationscoup in Afrika

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FIFA Setif

Im Finale der CAF Champions League 2014 standen sich mit ES Setif und AS Vita Club zwei Außenseiter gegenüber. Der algerische Klub setzte sich mit einem 2:2-Auswärts- und einem 1:1-Heim-Unentschieden aufgrund der Auswärtstorregel durch und vertritt nun den afrikanischen Kontinent bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft im Dezember in Marokko.

Dabei hatten vor Beginn des Wettbewerbs mehrere algerische Fussballfunktionäre ES Setif sogar von der Teilnahme an der Champions League abgeraten, weil man befürchtete, das Team wäre nicht konkurrenzfähig. Aus diesem Grund verzichtete auch der algerische Vizemeister USM El Harrach nach der Auslosung auf sein Startrecht.

Die Black Eagles jedoch blieben auf Kurs und gewannen schließlich den fünften Titel für Algerien. Damit liegt das nordafrikanische Land nun hinter Ägypten gleichauf mit der DR Kongo, Marokko und Kamerun.

Der Titelträger

ES Setif hatte die afrikanische Königsklasse 1988 gewonnen, doch danach war es auf kontinentaler Ebene still geworden um den algerischen Klub, der es lediglich 2010 noch einmal zumindest bis in die Gruppenphase schaffte. Dieses Mal zog der Klub aus Setif spielfrei in die erste Runde ein, da der FC Steve Biko aus Gambia sein Team noch in der Vorausscheidung zurückzog.

In der ersten Runde setzte sich Setif gegen ASFA Yennega mit einem 5:0-Heimsieg und einem 0:0-Auswärts-Remis problemlos durch. In der zweiten Runde schaffte man zwei 1:0-Siege gegen den erfahrenen Vertreter Coton Sport aus Kamerun und machte damit den Einzug in die Gruppenphase perfekt. Hier landete das Team in einer Gruppe mit Esperance und CS Sfaxien aus Tunesien und Al Ahly Benghazi aus Libyen.

Obgleich ES Setif in der Gruppenphase kein einziger Heimsieg gelang (alle drei Gästeteams holten Unentschieden), setzte sich das Team durch. Denn sowohl bei Al Ahly Benghazi als auch bei Esperance holten die Algerier Auswärtssiege. Nach einem Remis bei Sfaxien schlossen sie die Gruppenphase mit zehn Punkten als Zweiter hinter Sfaxien ab und standen damit im Halbfinale.

In der Runde der letzten Vier traten die Algerier gegen TP Mazembe aus der DR Kongo an, einen Klub auf der Jagd nach dem fünften Titelgewinn. Setif gewann das Hinspiel mit 2:1, wobei der erfahrene Stürmer Abdelmalek Ziaya den entscheidenden Treffer vor den begeisterten Fans im Stadion des 8. Mai 1945 in letzter Minute erzielte.

Ziaya erzielte auch den ersten Treffer im Rückspiel. Dann allerdings erzielte Mazembe drei Tore in Folge und stand kurz vor dem Halbfinaleinzug. Schließlich gelang Sofiane Younes indes noch der Treffer zum 3:2-Endstand, der Setif zum Einzug ins Finale reichte.

Die Spieler im Fokus

Setifs Trainer Kheireddine Madoui fand die optimale Mischung aus erfahrenen Akteuren wie den Stürmern Sofiane Younes und Abdelmalek Ziaya oder Verteidiger Farid Mellouli einerseits und talentierten Youngsters wie den Mittelfeldspielern Akram Djahnit und El Hedi Belameiri und Torhüter Sofiane Khedairia andererseits.

Belameiri landete mit insgesamt sechs Treffern ganz vorn in der Torjägerwertung, während Younes und Ziaya alle vier Treffer des Teams in der Halbfinalrunde markierten. Zudem gelang Younes der entscheidende Treffer im Final-Rückspiel, mit dem die Black Eagles das 1:1-Unentschieden holten und aufgrund der Auswärtstorregel den Titel gewannen.

Madouis Trainerkollege Florent Ibenge verfügte über eine sehr stark besetzte Angriffsreihe, die auf dem Weg ins Finale zahlreiche Tore erzielte. Doch ausgerechnet in den entscheidenden letzten Partien hatten einige Akteure Ladehemmung. Ndombe Mubele erzielte im gesamten Wettbewerb sechs Tore, während Verteidiger Lema Mabidi aus Ruanda vier Treffer beitrug, darunter alle drei in den zwei Endspielen.

Mehrere Angreifer zeigten herausragende Leistungen, darunter Edward Sadomba aus Simbabwe, der insbesondere glänzte, als Al Ahly Benghazi den Titelverteidiger Al Ahly aus Kairo aus dem Wettbewerb warf, und der junge Stürmer Fakhreddine Ben Youssef von Sfaxien.

Die Entdeckungen

Während einige der großen Teams bereits den Sprung in die Gruppenphase verpassten, darunter Titelverteidiger Al Ahly und der südafrikanische Spitzenklub Kaizer Chiefs, nutzen einige weniger bekannte Teams die Chance, sich auf kontinentaler Ebene einen Namen zu machen. Die größte Überraschung gelang zweifelsohne Al Ahly Benghazi, das Titelverteidiger Al Ahly aus Kairo aus dem Wettbewerb warf.

Das bislang beste Abschneiden des Klubs aus Libyen hatte es 1973 gegeben, als man es bis in die zweite Runde geschafft hatte. Noch erstaunlicher wirkt der märchenhafte Erfolg, wenn man bedenkt, dass das Team seine Heimspiele aufgrund der Sicherheitslage nicht in Libyen austragen konnte, sondern in Tunesien spielen musste.

AS Real Bamako warf den zweimaligen Titelträger Enyimba in der ersten Runde aus dem Rennen, währen Horoya aus Guinea den dreimaligen Gewinner Raja Casablanca aus dem Wettbewerb beförderte.

Die Statistik

8 –
Vita Club wurde als der schwächere der beiden Teilnehmer aus der DR Kongo angesehen, doch während der finanzstarke Klub TP Mazembe im Halbfinale ausschied, schaffte es die Mannschaft aus Kinshasa noch eine Runde weiter. Ein großer Teil des Erfolgs geht auf die beeindruckende Heimstärke des Teams zurück, das alle acht Spieler vor eigenem Publikum ohne Niederlage absolvierte. Es gab sechs Heimsiege und zwei Unentschieden.


Das Zitat

"Wir haben [in Algerien] schwere Zeiten durchgemacht. Dieser Titelgewinn ist so etwas wie ein Trost dafür. Heute ist ein einmaliger Tag. Wir haben gekämpft und verdient gewonnen. Ich widme diesen Sieg meiner Familie und allen Algeriern, natürlich insbesondere den Anhängern von ES Setif, die auch in den schweren Zeiten immer hinter uns gestanden haben. Ich werde sie niemals vergessen. Jetzt sollten wir alle gemeinsam feiern, denn das ist ein einmaliger Moment. An die FIFA Klub-Weltmeisterschaft denken wir, wenn es so weit ist."
Sofiane Younes (Stürmer, ES Setif)

Hätten Sie's gewusst?

ES Setif ist das erste Team aus Algerien, das an einer FIFA Klub-WM teilnimmt. Bei den vier bisherigen Erfolgen algerischer Klubs auf kontinentaler Ebene wurde das Turnier nicht ausgespielt.

Original-Quelle: fifa.com

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