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Deutsch-Algerischer Zusammenhalt

DAZ-Initiative

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DAZ 1

Initiative

„Gesellschaft zur Förderung des Deutsch-Algerischen Zusammenhalts der Vielfalt und Toleranz“

(DAZ)

29.09.2013, Version 0.8

Nadjib Khenkhar

Einleitung

In Deutschland leben rund 16.000 algerische Staatsbürginnen und Staatsbürger. Schon vor der Unabhängigkeit Algeriens im Jahr 1962 kamen die ersten Algerier mit französischem Pass nach Deutschland. Viele von ihnen kämpften in den Reihen der französischen Armee während des zweiten Weltkriegs gegen die Deutschen. Nach dem Krieg blieben einige davon in Deutschland. In den siebziger und achtziger Jahren schickten die damaligen algerischen Regierungen Tausende von jungen Algerierinnen und Algeriern zwecks einer technischen Ausbildung oder eines Hochschulstudiums ins Ausland, u.a. nach Frankreich, in die Sowjetunion, DDR, BRD, Polen und andere europäische Länder. Viele von ihnen kehrten nach der Ausbildung/dem Studium nach Algerien zurück. Einige von ihnen blieben im Ausland bzw. in Deutschland, heirateten und gründeten dort, wo sie ihre Liebe gefunden hatten, ihre eigenen Familien. Diese „erste“ Generation, die Algerien nach der Unabhängigkeit verließ, hat in Deutschland in der Regel mehrere Kinder groß gezogen und hat heute teilweise schon die ersten Enkelkinder. Die überwiegende Mehrheit dieser Kinder und Enkelkinder, die in Deutschland geboren sind, sprechen fließend Deutsch, sind vollständig integriert und haben meistens keine Berührungspunkte mit ihrem zweiten Heimatland Algerien. Algerien, dieses wunderschöne Land, kennen sie nur aus Erzählungen, Büchern, Bildern, Familienbesuchen oder Urlaubsaufenthalten. Mit wenigen Ausnahmen sprechen diese Kinder und Enkelkinder keine einzige Sprache, die heute in Algerien gesprochen wird, kein Amazighisch, kein Algerisch, kein Arabisch und kein Französisch (außer Schul-Französisch).

Auch während der Tragödie der 1990er Jahren und danach haben viele junge und ältere Algerierinnen und Algerier ihre Heimat verlassen, um in Europa und/oder Nordamerika ein freies und glückliches Leben zu führen. Auch sie haben eigene Familien gegründet und Kinder in ihrem neuen Heimatland Deutschland in die Welt gesetzt. Alle Mitglieder dieser „zweiten“ und „dritten“ Generation, die Jugendlichen, die Kinder und Enkelkinder der ersten Generation, wollen früher oder später genau wissen, woher sie stammen. Sie werden nach ihrer eigenen Identität und nach der Identität ihrer Mütter und Väter suchen. Sie werden mehr über die Geschichte, die Kultur und über die Tradition ihres zweiten Heimatlandes Algerien wissen wollen. Denn die Identifizierung ihrer eigenen Identität spielt eine zentrale Rolle bei ihrer emotionalen und intellektuellen Entwicklung. Nur wissende, bewusste und selbstbewusste Kinder und Enkelkinder werden später im erwachsenen Alter in der Lage sein, faire und solide soziale, wirtschaftliche und kulturelle Brücken zwischen Deutschland und Algerien bauen zu können, durch die vielen Menschen in beiden Ländern geholfen werden kann.

Diese Kinder und Enkelkinder sind heute teilweise erwachsen und stellen eine besondere einzigartige neue Generation von Algerierinnen und Algeriern dar. Sie sind in Deutschland, meistens aus deutsch-algerischen Mischehen, aus algerisch-algerischen Ehen oder aus anderen Mischehen mit einem algerischen Elternteil, hervorgegangen. Durch ihre vielfältig-gestrickten Anlagen und ihre multikulturelle Erziehung verfügen sie über ein großes Potenzial an Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie z.B. Intelligenz, Einfühlsamkeit, Toleranz und Flexibilität, um nur einige der zahlreichen positiven Eigenschaften zu nennen. Dieses positive Potenzial kann allerdings nur unter einer bestimmten Bedingung positiv genutzt werden. Erst mit einer weitgehend vollständigen Identifikation der eigenen Identität, der eigenen vielfältigen Kultur, der eigenen Geschichte und Herkunft, der Geschichte und Herkunft der eigenen Mütter und Väter und deren Vorfahren, wird es ihnen gelingen, ein Maximum an Fähigkeiten aus ihrem Repertoire einzusetzen. Andernfalls bleiben diese besonderen Schätze dieser einzigartigen deutsch-algerischen Generation in ihrem Inneren, in ihrem kognitiven Speicher für immer verborgen. Die Kinder, die Schwierigkeiten mit ihrer eigenen Identität haben, sind oft unsicher und orientierungslos. Diese Gefühle können zu sozialen und gesellschaftlichen Problemen führen.

Ein zentrales Problem, das sich für die meisten Mitglieder dieser zweiten/dritten deutsch-algerischen Generation ergibt, ist der mangelnde Kontakt zu anderen Gleichaltrigen ihrer Generation. In der Regel beschränken sich ihre Kontakte auf einen kleinen Kreis von Kindern und Jugendlichen, die sie durch die Eltern-Kontakte kennen gelernt haben. Dieses Kontaktproblem der zweiten und dritten deutsch-algerischen Generation ist ein Resultat desselben Kontaktproblems der meisten Algerierinnen und Algerier der ersten Generation in Deutschland. Im Prinzip haben diese Algerierinnen und Algerier, die Eltern und teilweise Großeltern geworden sind, ihre Kontaktprobleme, die sie bis heute noch haben, an ihre Kinder und Enkelkinder weitergegeben. Dieses zentrale Kontaktproblem, das von der ersten, über die zweite bis hin zur dritten Generationen weitervererbt wurde, stellt letztendlich das größte Hindernis dar, das die Entwicklung einer deutsch-algerischen Gemeinschaft mit einem starken Gemeinschaftsgefühl und Zusammenhalt verhindert hat.

Genau hier greift die Hauptarbeit der neuen Initiative von Algerien Heute „Gesellschaft zur Förderung des Deutsch-Algerischen Zusammenhalts der Vielfalt und Toleranz“ (DAZ). Das zentrale Hauptziel dieser Initiative soll daher darin bestehen, den Kontakt zwischen allen Mitgliedern der ersten, zweiten und dritten Generationen der deutsch-algerischen Gemeinschaft in Deutschland zu stärken und zu vertiefen. Die DAZ-Initiative will vor allem die jungen deutsch-algerischen Generationen fördern und ihnen helfen, ihre vielfältige Identität, ihre unterschiedliche Kultur, ihre Geschichte und ihre Herkunft, kennen zu lernen und zu identifizieren. In diesem Zusammenhang spielt die Stärkung des Kontakts zwischen ihren algerischen Müttern und Vätern der ersten Generation eine wichtige Rolle. Denn viele Probleme sind komplex und können nicht von einem oder wenigen Elternpaaren gelöst werden. Vor allem, wenn es beispielsweise darum geht, ein deutsch-algerisches Gemeinschaftsgefühl und einen starken Zusammenhalt zwischen den Mitgliedern der verschiedenen Generationen zu entwickeln und zu fördern.

Gerade in dem heutigen rasanten digitalen Zeitalter spielen die Selbstorganisation, die Vernetzung und die Kommunikation die zentralen Rollen, um Erfahrungen auszutauschen und Synergien zu nutzen, um Neues effizient zu lernen und um flexibel und anpassungsfähig zu bleiben. Deutschland, ein Musterland der wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, kulturellen, sozialen und gesellschaftspolitischen Leistungen, bietet allen Bürgerinnen und Bürgern die besten Rahmenbedingungen, sich friedlich und frei zu organisieren, um sich optimal in einer offenen Welt der Vielfalt und Toleranz zu entfalten. Wir, alle Algerierinnen und Algerier in Deutschland mit unseren deutschen Familienangehörigen und unseren Familienangehörigen anderer Nationalitäten, wollen diese faszinierende Möglichkeit der freien Entfaltung nutzen. Wir wollen eine offene deutsch-algerische Gesellschaft zur Förderung des deutsch-algerischen Zusammenhalts der Vielfalt und Toleranz aufbauen. Wir wollen damit u.a. auch unseren Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben und zur Völkerverständigung in Deutschland leisten. Wir wollen unseren Zusammenhalt synergetisch stärken, u.a. um solide, faire und freundschaftliche Brücken von Deutschland nach Algerien zu schlagen.

DAZ ist eine innovative Initiative, die sich als Hauptziel gesetzt hat, das bisherige Leben und Zusammenleben aller Mitglieder der deutsch-algerischen Gemeinschaft in Deutschland kompetent und innovativ zu revolutionieren, neue Maßstäbe auf allen Ebenen des Zusammenlebens und des Zusammenwirkens der einzelnen Mitglieder zu setzen und mit neuen und modernen Techniken neue Organisationsformen der Zusammenarbeit zu schaffen, um möglichst viele Mitglieder der deutsch-algerischen Generationen in Deutschland zu erreichen und zu motivieren, an der Lösung dieser komplexen, aber lösbaren, ehrenvollen, generationsübergreifenden Aufgabe mitzuwirken.

Hauptziele der Initiative

  • Gründung einer gemeinnützigen „Gesellschaft zur Förderung des deutsch-algerischen Zusammenhaltes der Vielfalt und Toleranz“ in Deutschland
  • Projekte initiieren und fördern, die dazu dienen, die Ziele der Initiative zu erreichen.

Ziele der Gesellschaft, deren Bezeichnung lauten soll:

Gesellschaft zur Förderung des deutsch-algerischen Zusammenhaltes der Vielfalt und Toleranz“

Die zentralen Ziele der Initiative dienen u.a.

inhaltlich

  1. der Verbesserung und Stärkung des deutsch-algerischen Gemeinschaftsgefühls, der Vertiefung des Kennenlernens der eigenen Identität undVerständnisses für die Vielfalt Algeriens und der Förderung des Toleranz- und Demokratieverständnisses zwischen allen Mitgliedern der algerischen Gemeinschaft in Deutschland,
  2. der Verbesserung und Städer sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen den Mitgliedern der deutsch-algerischen Gemeinschaft untereinander, zwischen Algeriern und Deutschen und Algeriern und den Mitgliedern anderer Gemeinschaften in Deutschland,
  3. der Vermittlung und Vertiefung der algerischen Geschichte mit ihrer vielfältigen Kultur und Tradition an alle Mitglieder der deutsch-algerischen Gemeinschaft in Deutschland, vor allem an die jungen deutsch-algerischen Generationen der Kinder und Enkelkinder.
  4. Verbesserung und Stärkung der Kontakte zwischen allen Mitgliedern der deutsch-algerischen Gemeinschaft auf allen Ebenen, insbesondere zwischen den deutsch-algerischen Mitgliedern der zweiten und dritten Generation in Deutschland,
  5. der Stärkung der gegenseitigen Hilfe zwischen den Mitgliedern aller Generationen der deutsch-algerischen Gemeinschaft in Deutschland untereinander auf allen Ebenen und

grundsätzlich

  1. der Wahrung und der Einhaltung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland,
  2. der Wahrung und Einhaltung des Demokratieprinzips auf allen Ebenen der Gemeinschaft,
  3. der Wahrung und Einhaltung der Grundsätze der algerischen Identität, der Vielfalt der algerischen Identität und des Respekt- und Toleranzprinzips zwischen allen Mitgliedern der deutsch-algerischen Gemeinschaft in Deutschland,
  4. der Wahrung und Einhaltung des Prinzips der Meinungsfreiheit im Sinne des deutschen Grundgesetzes und

 

organisatorisch

  1. der Entwicklung eines einheitlichen demokratischen Konzepts zur Gründung eines bundesweiten demokratischen Verbandes für alle Mitglieder der deutsch-algerischen Gemeinschaft in Deutschland,
  2. und der Förderung und Vertiefung einer freundschaftlichen und produktiven Zusammenarbeit mit allen bereits bestehenden deutsch-algerischen Vereinen und Organisationen in Deutschland.

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 01. Oktober 2013

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