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Desertec: Algeriens Energieriese SONELGAZ zweifelt an die Bereitschaft der Europäische Union, das Desertec-Projekt ernsthaft umzusetzen

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Noureddine Boutarfalogo sonelgazDer Chef des algerischen Energieriesen Sonelgaz, Noureddine Boutarfa bezweifelte am Dienstag (11.06.) in Algier die Bereitschaft der EU, das zukunftsorientierte Desertec-Projekt ernsthaft umzusetzen. Der Grund ist eine neue EU-Richtlinie, die entscheidende Beschränkungen für den Import von erneuerbaren Energien in die EU auferlegt.

Die neue EU-Richtlinie "9" verringert die Exportchancen von Solarstrom nach Europa erheblich, weil sie den Import in die EU stark einschränkt und nur in bestimmten Fällen erlaubt. Nur im Falle einer fehlenden Produktion in Europa kann, laut der neuen Maßnahme, die Einfuhr von erneuerbaren Energien aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten genehmigt werden, erklärte Herr Boutarfa während einer Pressekonferenz anlässlich der Präsentation des Jahresberichts 2012 seiner Sonelgaz-Gruppe.

Die Maßnahme wird die Exportchancen von Solarstrom der großen Desertec-Inititiative "Desertec Industrial Initiative (DII)", an der die deutsche Industrie maßgeblich beteiligt ist, einschränken. Die Solarstrom-Produktion des Desertec-Projektes soll bis 2050 etwa die Hälfte des Strombedarfes in Nordafrika, im Nahen Osten und in Europa abdecken.

Laut dem Sonelgaz-Chef hat Europa derzeit einen Produktionsüberschuss der erneuerbaren Energien. Portugal, zum Beispiel, hat einen Überschuss von 3.000 MW Strom aus erneuerbaren Energien. Das einzige EU-Land mit einem Stromdefizit, das als wichtiger Absatzmarkt für Desertec-Strom in Frage kommen kann, ist Italien. Aber die Investitionen, um den Solarstrom durch elektrische Leitungen nach Italien transportieren zu können, betragen 2 Milliarden Euro.

"Wer will eine solche Investition tätigen? Ist Europa bereit, in diesem Bereich zu investieren?", fragte Herr Boutarfa und fügte hinzu, dass "zurzeit Europa seine Investitionen in erneuerbaren Energien wegen der wirtschaftlichen Krise herunterfährt". In der Tat befürchten viele europäische Länder, zu einem Transitland im Bereich der erneuerbaren Energien degradiert und mit ihrer Produktion gegen die Länder des südlichen Mittelmeerraums konkurrieren zu müssen. Diese Länder wollen nicht auf potentielle Einnahmen aus dem Verkauf ihrer überschüssigen erneuerbaren Energien verzichten, argumentierte der CEO von Sonelgaz.

"Die Hersteller müssen für sich selbst produzieren, dies ist der Weg, den Algerien gewählt hat", sagte Herr Boutarfa und bekräftige, dass Algerien war und immer noch bereit ist, die Desertec-Projekte mit DII umzusetzen. Sonelgaz hat bereits die Machbarkeit eines geplanten 1.000 MW-Projektes aus erneuerbaren Quellen abgeschlossen, die im Rahmen einer Partnerschaft mit Desertec im Dezember 2011 beschlossen wurde. "Wir haben gerade die Machbarkeitsstudie für die Produktion von 1.000 MW abgeschlossen. Wir werden bald sehen, ob wir einen Weg mit den Italienern finden können", sagte er und betonte in diesem Zusammenhang, dass Desertec "nicht nur eine humanistische Idee ist, sondern eine wirtschaftliche Realität."

Algerien hatte wiederholt seine Bereitschaft, in der Entwicklung der erneuerbaren Energien zu investieren und sich partnerschaftlich bei den Investitionskosten der Strom-Export-Projekte zu beteiligen. Für solche Vorhaben sind zwei wichtige Voraussetzungen notwendig: Eine wesentliche Öffnung des europäischen Strommarktes und ein echter Technologie-Transfer. (Quelle aps.dz)

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